Ein Drehwerk ist die Kranbaugruppe, die den Oberwagen mit Ausleger, Hubwerk und Gegengewicht kontrolliert um die vertikale Achse schwenkt. Ein hydraulischer oder elektrischer Motor treibt über Getriebe und Ritzel den Zahnkranz des Drehkranzlagers an. Dieses nimmt Axial-, Radial- und Kippkräfte auf. Bremsen sichern die Stellung gegen unbeabsichtigtes Drehen. Regelmäßige Schmierung, Schraubenkontrollen und Spielmessungen sind sicherheitsrelevant. Die folgenden Abschnitte erläutern Aufbau, Einsatzbereiche und Prüfhinweise.
Was ist ein Drehwerk an einem Kran?
Ein Drehwerk ist die Baugruppe eines Krans, die den Oberwagen einschließlich Ausleger, Hubwerk und Gegengewicht kontrolliert um die vertikale Achse dreht. Es verbindet den drehbaren Kranaufbau mit Unterwagen, Turm oder Fundament und ermöglicht die Ausrichtung der Lastaufnahme innerhalb des vorgesehenen Arbeitsbereichs. Zum Fachbegriff gehören üblicherweise Drehverbindung, Antriebseinheit, Lagerung, Brems- und Sicherungskomponenten sowie die zugehörige Steuerung.
Die Drehwerk Einsatzbereiche reichen von Turmdrehkranen und Mobilkranen bis zu Raupen-, Hafen- und Schiffskranen. Eine klare Typeschnitt Abgrenzung unterscheidet das Drehwerk von Hubwerk, Einziehwerk und Fahrwerk: Es ist für die Schwenkbewegung des gesamten Oberwagens zuständig, nicht für Heben, Auslegerverstellung oder Verfahren. Konstruktionsprinzipien Beispiele umfassen kompakte Drehantriebe bei Mobilkranen und groß dimensionierte Drehverbindungen bei Turmdrehkranen. Ein Funktionsvergleich Turmdrehkran zeigt: Dort ist das Drehwerk zentral für die präzise Positionierung, während Fundament, Turm und Ausleger die Lasten tragen. Regelmäßige Prüfung verhindert Spiel, Verschleiß und sicherheitskritische Fehlfunktionen.
Wie dreht ein Drehwerk den Kran?
Das Drehwerk dreht den Kranoberwagen, indem ein hydraulischer oder elektrischer Drehantrieb über ein Ritzel in die Verzahnung der Drehverbindung eingreift. Das erzeugte Drehmoment wird kontrolliert auf den Oberwagen übertragen, sodass Ausleger und Last in die erforderliche Arbeitsrichtung schwenken können. Die Funktion des Drehkranzlagers besteht dabei darin, den Oberwagen gegenüber dem Unterwagen tragfähig zu lagern und zugleich eine gleichmäßige Drehbewegung unter hoher Belastung zu ermöglichen.
Beim hydraulischen Drehprinzip liefert die Hydraulikpumpe Drucköl an den Motor. Dessen Drehzahl und Drehrichtung werden über die Bedienung geregelt; Brems- und Haltefunktionen sichern die Position gegen ungewolltes Nachdrehen. Elektrische Systeme arbeiten vergleichbar mit regelbaren Motoren und abgestimmter Bremswirkung.
Für sichere Bewegungen muss der Kran waagerecht abgestützt sein. Der Bediener berücksichtigt Last, Ausladung, Wind und Schwenkbereich. Schwenkbewegungen erfolgen möglichst gleichmäßig, besonders bei angehobener Last, um Pendeln, Stoßbelastungen und Gefährdungen im Arbeitsbereich wirksam zu vermeiden.
Drehwerksteile: Ring, Antrieb und Steuerung
Zum Drehwerk gehören die Drehverbindung mit Zahnkranz, der Antrieb aus Motor, Getriebe und Ritzel sowie Steuerungs- und Bremseinrichtungen. Die Drehverbindung verbindet Ober- und Unterwagen, überträgt Axial-, Radial- und Kippkräfte und ermöglicht die kontrollierte Schwenkbewegung. Das Drehkranz-Wirkprinzip beruht auf dem Eingriff eines Ritzels in die Verzahnung; Lagerlaufbahnen nehmen dabei die auftretenden Kräfte auf.
Um Lasten und Lastmomente erklären zu können, werden Ausladung, Gewicht und dynamische Beschleunigungen berücksichtigt. Hohe Momente erhöhen die Beanspruchung von Zahnkranz, Schrauben und Lagerung. Regelmäßige Schmierung, Sichtprüfungen und vorgeschriebene Schraubenanzugsmomente sind deshalb sicherheitsrelevant.
Beim Vergleich der Antriebsarten stehen elektrische und hydraulische Systeme im Mittelpunkt. Elektromotoren erlauben eine präzise, energieeffiziente Regelung, hydraulische Antriebe liefern hohe Kräfte bei kompakter Bauweise. Die Funktion von Regelventilen: Sie dosieren den Ölstrom, bestimmen Drehrichtung und Geschwindigkeit und unterstützen sanftes Anfahren sowie Abbremsen. Haltebremsen sichern die Stellung gegen unbeabsichtigtes Verdrehen.
Welche Krane verwenden Drehwerke?
Drehwerke kommen vor allem bei Turmdrehkranen, Mobil- und Raupenkranen, Hafenkranen sowie Schiffs- und Offshorekranen zum Einsatz, wenn der Ausleger oder Oberwagen Lasten gezielt um die vertikale Achse schwenken muss. Sie ermöglichen das kontrollierte Positionieren im erforderlichen Arbeitsradius und unterstützen sichere Lastwege bei beengten oder wechselnden Einsatzbedingungen.
- Turmdrehkrane: Typische Turmdrehkrane Beispiele sind Obendreher auf Hochbau- und Infrastrukturbaustellen. Das Drehwerk richtet Ausleger und Last exakt über den Einbauort aus.
- Mobilkrane: Häufige Mobilkrane Einsatzfälle sind Montagearbeiten, Maschinenumsetzungen und Fertigteileinbau. Der drehbare Oberwagen erlaubt flexible Arbeitsstellungen ohne häufiges Versetzen des Fahrzeugs.
- Raupenkrane: Sie nutzen Drehwerke bei schweren Hüben, etwa im Anlagenbau oder bei Windenergieprojekten, und verbinden hohe Traglasten mit großem Schwenkbereich.
- Hafen-, Schiffs- und Offshorekrane: Diese Krane drehen Ladung zwischen Schiff, Kai oder Plattform. Besonders wichtig ist eine präzise Bewegung trotz begrenzter Flächen und dynamischer Umgebungsbedingungen.
Drehwerk Sicherheit, Inspektion und Wartung
Regelmäßige Inspektionen und eine fachgerechte Wartung des Drehwerks sind entscheidend, um unkontrollierte Schwenkbewegungen, erhöhten Verschleiß und Ausfälle im Kranbetrieb zu vermeiden. Vor Schichtbeginn sollte das Fachpersonal eine Sichtprüfung durchführen: Kontrolliert werden Leckagen, lose Befestigungen, Risse an Schweißnähten, beschädigte Schutzabdeckungen sowie auffällige Geräusche beim Drehen.
Die Sicherheitsregeln Betrieb verlangen, den Kran bei ungewöhnlichem Spiel, Vibrationen oder verzögertem Ansprechen sofort außer Betrieb zu nehmen. Schmierstellen des Drehkranzlagers und der Verzahnung sind gemäß Herstellerangaben zu versorgen; verwendete Schmierstoffe müssen zur Belastung und Umgebung passen. Zudem sind Wartungsintervalle prüfen und nachvollziehbar zu dokumentieren.
Besondere Aufmerksamkeit erfordert das Drehkranzlager: Fachkräfte müssen den Lagerzustand überwachen, indem sie Axial- und Radialspiel messen sowie Befestigungsschrauben mit vorgeschriebenem Drehmoment kontrollieren. Reparaturen an Antrieb, Bremse oder Lager dürfen ausschließlich durch qualifiziertes Personal erfolgen. Nach jeder Instandsetzung ist eine Funktionsprüfung ohne Last und anschließend unter kontrollierter Last erforderlich.
« zurück Lexikon

