Das Anschlagen oder Riggen einer Last ist die kontrollierte Auswahl, Inspektion, Befestigung und Verwendung von geprüften Hebemitteln, die einen Kranhaken mit einer Last verbinden. Fachkundige Personen überprüfen das Lastgewicht, den Schwerpunkt, zugelassene Anschlagpunkte, Anschlagwinkel und zulässige Arbeitslasten. Anschlagmittel, Haken, Schäkel und Verbindungselemente müssen gekennzeichnet, kompatibel, unbeschädigt und korrekt gesichert sein. Ein kontrollierter Probehub bestätigt vor dem Anheben das Gleichgewicht und die Lastverteilung. Weitere Hinweise erläutern Inspektionskriterien und häufige Gefahren beim Anschlagen.
Grundlagen des Anschlagens und Hebens verstehen
Anschlagen und Riggen stellen die Verbindung zwischen dem Lastaufnahmemittel eines Krans und der Last her; daher sind ihre richtige Auswahl, Prüfung und Verwendung für sichere Hebevorgänge unerlässlich. Die Tätigkeit umfasst das Anbringen zugelassener Anschlagmittel, deren Anordnung zur Vermeidung von Beschädigungen sowie die Sicherstellung der Kompatibilität mit dem Kranhaken, den Anschlagpunkten und der vorgesehenen Hebemethode. Befähigte Personen müssen die Anschlagmittel-Terminologie verstehen, einschließlich Anschlagmittel, Anschlagart, Aufhängeglied, Schäkel, Haken, Tragfähigkeit und zulässige Arbeitslast. Sie müssen außerdem Anschlagmittel erklären können, indem sie die Funktion, Kennzeichnungsanforderungen, zulässigen Konfigurationen und Prüfkriterien für Ketten, Drahtseilschlingen, textile Anschlagmittel und Verbindungselemente benennen.
Anschlagmittel müssen rückverfolgbar und lesbar gekennzeichnet sein, dürfen nicht unzulässig verändert worden sein und sind vor der Verwendung zu prüfen. Beschädigte, verformte, korrodierte, eingeschnittene, hitzebeeinträchtigte oder unmarkierte Gegenstände müssen außer Betrieb genommen werden. Haken müssen, soweit vorgeschrieben, mit funktionsfähigen Sicherungsklappen ausgestattet sein, während Schäkel korrekt mit Bolzen versehen und gesichert sein müssen. Die geltenden Herstelleranweisungen, Baustellenverfahren und anerkannten Hebestandards regeln Auswahl und Verwendung.
Gewicht und Schwerpunkt der Ladung bestätigen
Vor Abschluss der Anschlagplanung müssen das Lastgewicht und der Schwerpunkt anhand zuverlässiger Unterlagen, Herstellerdaten, Zeichnungen oder verifizierter Berechnungen bestätigt werden. Diese letzte Gewichtsprüfung muss alle angebauten Komponenten, Inhalte, temporären Vorrichtungen, Hebezubehörteile sowie sämtliches Material berücksichtigen, das sich während des Handlings verschieben kann. Geschätzte Gewichte sind nicht zulässig, wenn Unsicherheiten die Krankapazität, die Anschlagmittelbelastung oder die Stabilität beeinflussen könnten.
Eine Lastwuchtbewertung muss feststellen, ob der Schwerpunkt mittig, versetzt, erhöht oder veränderlich ist. Unregelmäßige Formen, interne Ausrüstung, flüssige Inhalte und eine ungleichmäßige Massenverteilung erfordern besondere Aufmerksamkeit. Der berechnete oder angegebene Schwerpunkt sollte mit der vorgesehenen Hubkonfiguration verglichen werden, um die Lage der Last vorherzusagen und ein unkontrolliertes Kippen, Drehen oder eine seitliche Belastung zu verhindern.
Sind die Unterlagen unvollständig, muss die verantwortliche Person vor dem Heben eine technische Bewertung einholen oder ein zugelassenes Wägeverfahren anwenden. Die verifizierten Daten müssen dem Hebeteam mitgeteilt und, soweit erforderlich, im Hubplan dokumentiert werden.
Zugelassene Anschlagpunkte auswählen
Zugelassene Anschlagpunkte dürfen nur ausgewählt werden, wenn sie vom Hersteller vorgesehen, in aktuellen Zeichnungen freigegeben oder von einem fachkundigen Ingenieur für die vorgesehene Last und Hebeanordnung verifiziert wurden. Jeder Anschlagpunkt muss über eine ausreichende Tragfähigkeit verfügen, frei von Korrosion, Verformung, Rissbildung, Verunreinigung oder unbefugten Änderungen sein und ohne Quetsch-, Absturz- oder Anstoßgefahren zugänglich sein.
Die verantwortliche Person muss die Kennzeichnung des Anschlagpunkts, die zulässige Lastrichtung, die Tragfähigkeit sowie etwaige Einschränkungen bei Schrägzug oder Mehrpunkt-Hebevorgängen bestätigen. Herstelleranleitung beachten ist unerlässlich, wenn Anschlaglaschen, Ringschraubenösen, Gewindebohrungen, Zapfen oder integrierte Handhabungseinrichtungen verwendet werden. Improvisierte Anschlagmittel an Rohrleitungen, Handläufen, Schutzvorrichtungen, Wellen oder nicht für das Anschlagen ausgelegten Konstruktionsteilen sind verboten, sofern sie nicht ausdrücklich technisch ausgelegt und freigegeben wurden.
Vor dem Heben müssen die Anschlagbereiche geprüft und mit dem dokumentierten Hebeplan abgeglichen werden. Bei fehlender Kennzeichnung, zweifelhaftem Zustand oder Abweichungen muss der Hebevorgang bis zur Prüfung durch eine fachkundige Person unterbrochen werden. Zertifizierte Anschlagmittel nutzen unterstützt die Rückverfolgbarkeit und bestätigt die Kompatibilität mit den zugelassenen Anschlagpunkten.
Anschlagmittel und Rigging-Hardware auswählen
Sobald verifizierte Anschlagpunkte identifiziert wurden, sind Anschlagmittel und Rigging-Hardware so auszuwählen, dass sie dem Lastgewicht, dem Schwerpunkt, der Anschlaggeometrie, den Umgebungsbedingungen und den geplanten Neigungswinkeln der Anschlagmittel entsprechen. Bei der Auswahl des Anschlagmittelmaterials sind der Zustand der Lastoberfläche, Temperatur, chemische Einwirkung, scharfe Kanten, Abriebgefahr und die erforderliche Flexibilität zu berücksichtigen. Drahtseile, Ketten, synthetische Hebebänder und Rundschlingen müssen jeweils mit dem vorgesehenen Einsatz und den Herstelleranweisungen kompatibel sein.
Alle Komponenten müssen identifizierbar, rückverfolgbar, frei von unzulässigen Schäden und für die jeweilige Hebeanwendung geeignet sein. Schäkel, Haken, Hauptglieder, Lasttraversen und Verbindungselemente müssen den einschlägigen Normen für Rigging-Hardware entsprechen und dürfen nur in zugelassenen Konfigurationen verwendet werden. Bolzen, Sicherungslaschen, Sicherheitseinrichtungen und Verriegelungen müssen korrekt montiert und gesichert sein.
Gemischte Komponenten müssen hinsichtlich Größe, Güteklasse und Verbindungstyp kompatibel sein. Improvisierte Anschlagvorrichtungen, unmarkierte Hardware, veränderte Beschläge und nicht zertifiziertes Zubehör sind auszuschließen. Bei der Auswahl sind außerdem der Prüfstatus, die Einsatzhistorie und standortspezifische Hebeverfahren zu berücksichtigen.
Überprüfen Sie die Anschlagwinkel und zulässigen Arbeitslasten
Anschlagwinkel und Tragfähigkeiten (WLL) sind für die geplante Hubkonfiguration zu überprüfen, bevor die Last mit dem Kran verbunden wird. Die verantwortliche Person muss die Anzahl der tragenden Stränge, den voraussichtlichen Winkel zur Vertikalen, die Lastverteilung, den Schwerpunkt sowie etwaige asymmetrische Belastungsbedingungen bestimmen. Eine dokumentierte Berechnung der Anschlagwinkel ist erforderlich, wenn die Geometrie die Strangzugkraft über die zulässige Tragfähigkeit hinaus erhöhen kann.
Mit kleiner werdenden Anschlagwinkeln steigt die Zugkraft in jedem Anschlagstrang erheblich an. Die zulässigen Tragfähigkeiten sind daher den anwendbaren Winkeltabellen, Kennzeichnungen oder zertifizierten Herstellerdaten zu entnehmen und dürfen nicht von der vertikalen WLL abgeleitet werden. Die Gesamttragfähigkeit von Anschlagmitteln, Schäkeln, Traversen, Aufhängegliedern und anderen Anschlagkomponenten muss den berechneten Kräften in der vorgesehenen Konfiguration entsprechen oder diese übersteigen.
Eine Überprüfung der WLL-Dokumentation muss die Identifizierung, Tragfähigkeitsangaben, anwendbaren Normen, Konfigurationsgrenzen sowie die Kompatibilität der verbundenen Komponenten bestätigen. Dynamische Einwirkungen, Lastneigung und Herstellervorgaben sind in die Bewertung einzubeziehen. Bei unklaren Werten darf die geplante Anschlaganordnung nicht freigegeben werden.
Die Last prüfen, anschlagen und anheben
Vor dem Heben prüfen qualifizierte Personen Anschlagmittel, Haken, Schäkel und Anschlaghardware auf Schäden, Verformungen, Verschleiß und ordnungsgemäße Kennzeichnung. Die Last wird an zugelassenen Anschlagpunkten befestigt, wobei die Verbindungen gesichert und vor scharfen Kanten oder unbeabsichtigtem Aushängen geschützt werden. Ein kontrollierter Probehub überprüft die Lastbalance, die Integrität der Anschlagmittel und das Verhalten des Krans, bevor die Last weiter angehoben wird.
Inspektion der Anschlagmittel vor dem Heben
Eine Hebezeugkontrolle vor dem Anheben stellt sicher, dass die ausgewählten Anschlagmittel, Beschläge und Befestigungen für die Last geeignet sind, wie geplant konfiguriert wurden und keine Bedingungen aufweisen, die ein sicheres Heben beeinträchtigen könnten. Sachkundige Personen führen vor jedem Einsatz eine Sichtprüfung durch und prüfen Kennzeichnungen, Tragfähigkeit, Neigungswinkel der Stränge sowie die Kompatibilität zwischen den Komponenten. Der Zustand der Kennzeichnung muss lesbar bleiben und am Anschlagmittel befestigt sein, damit zulässige Tragfähigkeiten und die Rückverfolgbarkeit bestätigt werden können.
Bei der Prüfung werden Schäden an Anschlagmitteln festgestellt, beispielsweise Schnitte, Abrieb, gebrochene Drähte, Knicke, Korrosion, Hitzeeinwirkungen, Quetschstellen, beschädigte Nähte oder Verformungen. Zu den Mängeln an Beschlägen gehören verformte Haken, aufgeweitete Hakenmäuler, verschlissene Bolzen, beschädigte Gewinde, fehlende Sicherheitsverschlüsse, Risse und nicht autorisierte Änderungen. Jeder Gegenstand, der Aussonderungskriterien aufweist, wird außer Betrieb genommen, entsprechend gekennzeichnet und ersetzt. Prüfaufzeichnungen und wiederkehrende Prüfungen müssen den geltenden Herstelleranweisungen, Baustellenverfahren und maßgeblichen Hebestandards entsprechen.
Sicher befestigen und Test anheben
Sobald die Anschlagmittel die Prüfung bestanden haben, ist die Last an den vorgesehenen Anschlagpunkten unter Verwendung kompatibler, ordnungsgemäß bemessener Anschlagmittel und Verbindungselemente anzuschlagen, die so konfiguriert sind, dass Laststabilität und Kontrolle gewährleistet sind. Bei der Auswahl der Anschlagmittel sind Gewicht, Schwerpunkt, Anschlagwinkel, Kantenschutz und Herstellervorgaben zu berücksichtigen. Haken, Schäkel und Aufhängeglieder sind gegen unbeabsichtigtes Aushängen zu sichern.
- Der Anschläger muss bestätigen, dass die Anschlagpunkte zugelassen, unbeschädigt und frei von Hindernissen sind, die den Sitz oder die Belastung beeinträchtigen könnten.
- Vor dem Anheben müssen sich alle Personen aus dem Gefahrenbereich entfernen, Kommunikationssignale festgelegt werden und es muss überprüft werden, dass die Konformitätsdokumentation mit dem Hebeplan und der Kennzeichnung der Ausrüstung übereinstimmt.
- Ein kontrollierter Probehub darf die Last nur so weit anheben, dass Gleichgewicht, Lastverteilung in den Anschlagmitteln, Brems-Haltefähigkeit und das Nichtvorliegen von Verhakungen überprüft werden können. Jede Instabilität erfordert ein sofortiges Absenken, eine erneute Bewertung und Korrektur, bevor der geplante Hub fortgesetzt wird.
Vermeiden Sie häufige Risiken beim Anschlagen von Lasten
Häufige Anschlaggefahren werden durch Vorabkontrollen der Anschlagmittel auf Schäden, Verschleiß und lesbare Kennzeichnung reduziert. Das Schwingen der Last muss durch korrekte Lastverteilung, Führungsleinen und Sperrbereiche kontrolliert werden. Die Tragfähigkeit der Anschlagmittel ist vor dem Heben anhand der berechneten Last, der Anschlagwinkel und der geltenden Herstellerangaben zu überprüfen.
Hebebänder vor Gebrauch prüfen
Vor jedem Hub sollte qualifiziertes Personal jede Anschlagmittel, jedes Beschlagteil und jede Befestigung auf Beschädigungen, Verschleiß, Verformungen, Korrosion, unzulässige Reparaturen oder fehlende Kennzeichnungsetiketten prüfen. Die Prüfung muss gemäß den geltenden Herstelleranweisungen, Standortverfahren und anerkannten Hebestandards erfolgen. Jeder Gegenstand mit zweifelhaftem Zustand ist außer Betrieb zu nehmen und bis zur fachkundigen Bewertung zu quarantänisieren.
- Prüfen Sie Gurtbänder, Drahtseile und Ketten auf Schnitte, gebrochene Drähte, gedehnte Glieder, Hitzeschäden, chemische Einwirkung und sichtbare Schäden am Anschlagmittel.
- Vergewissern Sie sich, dass Haken, Schäkel, Aufhängeglieder und Endbeschläge ordnungsgemäß funktionieren, die erforderlichen Sicherheitssicherungen besitzen und keine Risse, Verbiegungen oder übermäßige Maulweitenaufweitung aufweisen.
- Bestätigen Sie lesbare Kennzeichnungen der zulässigen Arbeitslast, Angaben zu den Tragfähigkeiten für die Anschlagmittelkonfiguration sowie aktuelle dokumentierte Prüfaufzeichnungen. Die Kennzeichnung ermöglicht die richtige Auswahl und Rückverfolgbarkeit.
Prüfungen vor der Verwendung verringern das Risiko eines Ausfalls der Ausrüstung und stellen sicher, dass nur betriebsbereite Anschlagmittel für den Hub eingesetzt werden.
Lastschwankung steuern
Einsatzfähige Anschlagmittel müssen mit einer kontrollierten Lastführung kombiniert werden, da schwebende Lasten durch Kranbewegungen, Wind, veränderte Lastgeometrie oder plötzliches Heben und Bremsen pendeln, sich drehen oder abdriften können. Der Bediener und der benannte Einweiser müssen gleichmäßige Starts, Stopps und Fahrwege koordinieren, um das Pendeln zu kontrollieren, bevor sich die Last Personal, Bauwerken oder Ausrüstung nähert.
Die örtlichen Bedingungen müssen hinsichtlich Windeinwirkung, eingeschränkter Durchfahrts- bzw. Bewegungsräume, unebenem Boden und Hindernissen beurteilt werden, die Lastbewegungen verstärken könnten. Führungsleinen dürfen gegebenenfalls verwendet werden, sofern sie von einer sicheren Position aus gehandhabt und niemals um Hände oder Körperteile gewickelt werden. Personal muss außerhalb des Gefahrenbereichs einer fallenden Last bleiben und darf nicht versuchen, eine sich bewegende Last manuell zurückzuhalten. Als praktisches Beispiel erfordert das Heben eines langen Trägers bei böigem Wind ein allmähliches Anheben, kontrolliertes Schwenken und klare Kommunikation während des gesamten Vorgangs.
Tragfähigkeit der Anschlagmittel prüfen
Die Tragfähigkeit der Anschlagmittel ist vor Beginn des Hebevorgangs anhand des berechneten Gewichts der Last, des Schwerpunkts, des Neigungswinkels der Anschlagmittel, der Anschlagart und der zu erwartenden dynamischen Einwirkungen zu überprüfen. Die Komponente mit der niedrigsten Tragfähigkeit bestimmt die zulässige Arbeitslastgrenze des zusammengestellten Anschlagmittelsystems. Eine Überprüfung der Last in letzter Minute ist erforderlich, wenn Abmessungen, Anschlagpunkte, Inhalt oder Hebegeometrie vom genehmigten Hebeplan abweichen.
- Bestätigen Sie die Belastung der einzelnen Stränge unter Verwendung des tatsächlichen Anschlagwinkels; kleinere Winkel erhöhen die Zugkraft erheblich und können die zulässige Tragfähigkeit überschreiten.
- Prüfen Sie Anschlagmittel, Haken, Schäkel, Hauptringe und Lasttraversen auf Kennzeichnungen, Beschädigungen, Verformungen sowie auf korrekten und kompatiblen Sitz von Bolzen oder Haken.
- Weisen Sie nicht zugelassene Anschlagpunkte, improvisierte Anschlaglaschen, geschwächte Bauteile und Verbindungen ohne dokumentierte technische Genehmigung zurück.
Bei der Tragfähigkeit sind außerdem Kantenschutz, Lastverteilung, Seitenbelastung, Umgebungsbedingungen und Kranbewegungen zu berücksichtigen. Können die Tragfähigkeitsangaben nicht bestätigt werden, ist der Hebevorgang zu unterbrechen, bis eine qualifizierte Person eine zulässige Konfiguration festlegt.
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